
Mit diesem Projekt stellt sich der Oberkirchenrat den großen Herausforderungen in unserer Gesellschaft. Globalisierungsfolgen, wachsende soziale Risiken und die Alterung der Gesellschaft erfordern neue missionarische und diakonische Handlungsformen und veränderte Strukturen, damit Kirchengemeinden, Kirchenbezirke, landeskirchliche Werke, Diakonische Einrichtungen und freie Träger wirklich Kirche gestalten und an den Veränderungsprozessen in der Gesellschaft mitwirken können. Deshalb sind die
Ziele des Projektes:
• Entwicklung von Modellen für die Wahrnehmung missionarischer-diakonischer Verantwortung angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen
• Stärkung des diakonischen Bewusstseins
• Konzeptentwicklung für einen missionarisch-diakonischen Gemeindeaufbau
• Missionarische Präsenz der Kirche im Alltag der Menschen
• Aufbau einer diakonischen Innenarchitektur in Kirchengemeinden und Kirchenbezirken
• Schaffung diakonischer Netzwerke
• Profilierung des Diakonats durch die entsprechender Dienstaufträge
• Fortschreibung der Aus- und Weiterbildungskonzepte Weiterentwicklung für den Diakonat
Die Ideenvielfalt
65 Antragssteller aus Kirchenbezirken und Kirchengemeinden, aus Landeskirchlichen Werken und aus Diakonischen Einrichtungen, sowie aus Vereinen haben sich mit interessanten Ideen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern um eine landes- kirchliche Förderung bemüht. Sogar eine Kommune war unter den Antragsstellenden. Den größten Schwerpunkt bildeten Anträge mit Konzepten zur Kooperation zwischen Jugendarbeit, Schule und Kirchengemeinde.
Auch die generationenübergreifende Arbeit mit Familien und Senioren war mit einer ganzen Reihe von Anträgen vertreten. Nur wenige Anträge lagen aus dem Bereich der Behindertenhilfe und aus spezifisch großstädtischen Arbeitsfeldern vor. Als Querschnittthema taucht Armut in vielen und Migration in einigen Anträgen auf. Der große Reichtum unserer Kirche, der aus den vielen Initiativen spricht, die sich mit Projektanträgen auf den Weg gemacht haben, zeigt zugleich die intensive Suche nach neuen Lösungen und die Notwendigkeit auf diesem Weg der Projektförderung noch weiter zu gehen.
Die ausgewählten Teilprojekte
Ende Mai 2008 wurden 16 Teilprojekte für die finanzielle Förderung ausgewählt.
An 16 Orten in allen vier Prälaturen unserer Landeskirche können nun Erprobungsprojekte in unterschiedlichen Arbeitsfeldern des Diakonats starten:
Welzheim: Jugendarbeit geht in die Schule
Altensteig: Sozialdiakonie und Seelsorge am Krankenbett
Göppingen: Stadtteil Stauferpark-Diakonischer Gemeindeaufbau und Vernetzung im Sozialraum
Ludwigsburg: Diakonische Gemeinde gestalten
Tuttlingen: Menschen entdecken- gemeindediakonisch handeln
Esslingen: Diakonische Schulentwicklung
Reutlingen: Trauerwege gehen mit Familien
Urach: Bezirksreferentin für Kindergartenarbeit
Stuttgart: Brückenschlag – Milieuübergreifend den Glauben befragen
Tübingen: Diakonisch wahrnehmen und handeln
Ulm: Herausforderung Demenz
Schwenningen: Eine Chance für Kinder
Mühlacker: Gemeinsam können wir mehr-Diakonische Arbeit im Kirchenbezirk mit den Schwerpunkten Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit
Creglingen: Diakonische Schulsozialarbeit in Creglingen
Bernhausen: Netzwerk Schulsozialarbeit – Gemeindejugendarbeit – Schulsozialarbeit
Stuttgart: Kirchliche Dienste auf der Messe Stuttgart
Bei der Auswahl der 16 Teilprojekte spielten neben qualitativen Kriterien auch Aspekte wie die regionale Verteilung, die Berücksichtigung der unterschiedlichen Arbeitsfelder und die Notwendigkeiten im Bezug auf die wissenschaftliche Auswertung eine entscheidende Rolle. Nur durch die Berücksichtigung von 7 Projekten mit Teilzeitstellen konnte diese Zahl der Erprobungs- projekte erreicht werden. Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten finden sie über den Link unten auf dieser Seite.
Wie wird gefördert?
• Interessenten und Interessentinnen wurden auf dem Weg zum Projektantrag beraten.
• In den ausgewählten Teilprojekten wird maximal die Hälfte der Personalkosten für eine Diakonen- oder Diakoninnenstelle für die Dauer von 5 Jahren bezuschusst.
• Insgesamt fließen in dieses Projekt 2 Millionen Euro.
• Die geförderten Projekte werden inhaltlich begleitet z.B. durch Beratung und Studientage.
• Gezielte Auswertung der Projekte durch die begleitende Evaluation der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg und des Dakoniewissenschaftlichen Institutes in Heidelberg.
• Auch nicht geförderte Projekte können in die Beratungsprozesse eingebunden werden und sie können von den Erträgen des Projektes durch Informationen profitieren.
Die aktuelle Situation
Die ersten Projekte haben ihre Arbeit inzwischen aufgenommen und sammeln bereits erste Erfahrungen in ihren unterschied- lichen Arbeitsfeldern. Dazu gehört fast überall zunächst der Aufbau funktionierender Entscheidungs- und Kommunikations- strukturen.
Andere Projekte sind noch mit der Besetzung ihrer Projektstellen beschäftigt und sammeln auch hier erste interessante Erfahrungen. Gerade dort, wo ganz neue Aufgabenbereiche und Stellenprofile erprobt werden sollen, ist es schwer, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Dies scheint umso mehr zu gelten, wenn auch die Strukturen im Umfeld der Projektstelle erst noch neu geschaffen werden müssen. Diese ersten Erfahrungen zeigen noch einmal deutlich, welche Herausforder- ungen die aktuellen gesellschaftlichen Wandlungsprozesse für die Kirche, den Diakonat und die Ausbildungsstätten bedeuten.
Ansprechpartnerin
Frau Diakonin Ellen Eidt,
Leiterin der Projektgeschäftsstelle
Informationen
Flyer Projekt "Diakonat - neu gedacht, neu gelebt" [pdf 388 KB]
Projektskizze Diakonat [pdf 74,6 KB]
Mitglieder der Steuerungsgruppe [pdf 64 KB]
